Globale Wissenschaftspolitik als Grundlage für die Lösung globaler Herausforderungen

Von Prof. Dr. Johanna Wanka

Globale Herausforderungen machen nicht vor Ländergrenzen halt. Weltweit sind so viele Menschen auf der Flucht wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Millionen Kinder auf der ganzen Welt arbeiten unter unwürdigen Bedingungen, anstatt durch Bildung gute Zukunftsperspektiven zu erhalten. Der Handlungsbedarf, um die schlimmsten Auswirkungen des Klima­wandels zu vermeiden, nimmt stetig zu. Die Verknappung vieler natürlicher Ressourcen, die Vermüllung der Meere, die Ausbreitung von Epidemien oder der Hunger in Teilen der Welt sind weitere Beispiele, die das Spannungsfeld wichtiger globaler Herausforderungen umreißen.

Vernetzung von Wissenschaft und Politik

Die Schöpfung bewahren, Frieden schaffen und lebenswürdige Bedingungen für die Zukunft sichern, das sind die großen Aufgaben unserer Zeit. Dabei übersteigen die Komplexität und die Dringlichkeit dieser weltumspannenden Herausforderungen die Möglichkeiten einzelner Insti­tutionen oder Länder. 

Durch eine enge Verzahnung von Grundlagenforschung, angewandter Forschung, Lehre und industrieller Entwicklung entstehen Lösungen, von denen möglichst viele profitieren.

Prof. Dr. Johanna Wanka

Nur durch integriertes und gemeinsam abgestimmtes Handeln von Außen-, Entwicklungs- und Sicherheitspolitik können wir Antworten auf diese globalen Fragen finden. Die Vernetzung von Wissenschaft und Politik liefert hierfür eine wichtige Grundlage. 

Aus Herausforderungen werden Potenziale

Denn mit exzellenter Forschung lassen sich Antworten auf diese drängenden Fragen finden und Strategien für nachhaltiges Wachstum ent­wickeln. Durch eine enge Verzahnung von Grundlagen­forschung, angewandter Forschung, Lehre und industrieller Entwicklung entstehen Lösungen, von denen möglichst viele profitieren. Forschung wirkt über nationale Grenzen hinaus. Wie wichtig Strategien der Wissenschaftsdiplomatie und zur länderübergreifenden Kooperation sind, haben auch die letzten G7-Wissenschafts­ministertreffen gezeigt. Wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus vielen Ländern gemeinsame Instrumente und Handlungsempfehlungen entwickeln, um die Herausforderungen unserer Zeit zu lösen, steigt die Chance, dass sie in vielen Ländern Gehör finden, akzeptiert und auch umgesetzt werden. 

Mir ist wichtig, dass die Koordination von Wis­senschaft und Politik, die für eine gelingende Zusammenarbeit notwendig ist, unter keinen Umständen an den Grundfesten der Wissenschaftsfreiheit rüttelt. Diese Freiheit konsequent zu wahren ist eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiches Forschen – auch und gerade im Angesicht der Interessen der Politik. 

Globale Herausforderungen verlangen globale Antworten. Die Vernetzung von Wissenschaft und Politik ist ein wichtiger Schlüssel für eine nachhaltige und friedliche Entwicklung unserer Welt.

Prof. Dr. Johanna Wanka

Sie ist eine wesentliche Grundlage für Fortschritt und Wohlstand freier Gesellschaften und die Voraussetzung dafür, dass wir die Potenziale heben können, die wir zur Lösung der globalen Herausforderungen benötigen. 

Das Stichwort der globalen Kooperation zwischen Wissenschaft und Politik zur Lösung unserer gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen ist eines der zentralen Gebote und die unabdingbare Voraussetzung, um eine lebenswerte Zukunft zu sichern.