Globale Armutsbekämpfung und Gesundheitsversorgung ausbauen

Weltweite Armutsbekämpfung und Gesundheits­versorgung für alle Menschen sind Lebens- und Stabilitätsgrundlagen. Sie sind Gebote der Menschlichkeit. Und sie sind der Schlüssel zur Begrenzung von großen Migrationsbewegungen und damit wichtige Grundlagen internationaler Sicherheit. Dies sind zwei gute Gründe, Deutschlands Investi­tionen in diese Zukunftsfelder menschlicher Entwicklung weltweit weiter zu verstärken. 

In den letzten 25 Jahren hat sich die wirtschaft­liche Lage für große Teile der Bevölkerung in Entwicklungs- und Schwellenländern tatsächlich verbessert. Der Anteil der Menschen, die von weniger als zwei US-Dollar am Tag leben müssen, ist von über 30 Prozent auf etwa zehn Prozent gesunken. Doch langfristige globale Trends wie der Klimawandel, die Bevölkerungsexplosion – die viele zu Recht die »Mutter aller künftigen Herausforderun-gen« nennen – und der fortschreitende Zerfall von Staaten bedrohen diese Entwicklungserfolge. Eine Vernachlässigung der Handlungs­felder Armutsbekämpfung und Gesundheitsvorsorge hätte nicht nur gravierende Auswirkungen auf die politische und wirtschaftliche Stabilität betroffener Länder, sondern auch auf die Welt insgesamt. Epidemien führen zu Massenmigration, beschleunigtem Staatszerfall und schließlich zu »klassischen« Sicherheitsrisiken – mit unmittel­baren Auswirkungen auf unser Gemeinwesen. Armut, Krankheiten und fehlende Bildungschancen führen zu Perspektivlosigkeit und politischen Spannungen. 

Wir müssen die Bekämpfung von Armut und eine gute Gesundheitsversorgung als Grundlage jeder Entwicklung anerkennen und unser Engagement neu gewichten. Wir müssen eine gute Ausstattung der internationalen Fonds sicherstellen. Und wir müssen – gemeinsam mit afrikanischen Partnern – sicherstellen, dass die eingesetzten Gelder auch tatsächlich dort ankommen, wo sie wirken sollen. Es ist deshalb an der Zeit, dass Deutschland dazu eine umfassende und kohärente Strategie zur Bekämpfung von globalen Armuts- und Gesundheits­risiken entwickelt und alle bisherigen Investitionen überprüft und weiter ausbaut. Die Erfahrung zeigt: Am besten wirken solchen Initiativen dort, wo sie mit dem Aufbau funktionierender Institutionen und der Einhegung von Partikularinteressen verbunden werden. Dies gilt in Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern gleichermaßen.